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Carmen, Carlo und Antje in Guangzhou 14. September - 02. Oktober 2008 Fuer Carmen und Carlo war es die erste Asienreise, meine Schwester Antje kam eine Woche spaeter und besuchte uns schon das zweite mal. Viel Visa-Trouble im Vorfeld konnte die Stimmung nicht trueben, wenn auch der geplante Ausflug nach Hongkong und Macau ausfallen musste, da eine zweimalige Einreise abgelehnt wurde.1. Tag - Sonntag 14.09.2008 Nach dem Flug war der erste Tag lediglich fuer die behoerdliche Anmeldung, Erinnerungen austauschen und einer ersten Staebchen-Probe im Restaurant vorbehalten. Der Test wurde bestanden - verhungern wird also keiner. Wohin in Guangzhou? 2. Tag - Montag 15.09.2008
Es ist Feiertag. Das Midautumn-Festival oder Mooncake-Festival ist seit diesem Jahr ein Feiertag. Als erstes geht es in den Baomo-Park in Panyu. Fern ab von Menschenmassen, Laerm und Schmutz eignet sich der Park gut als erster Einstieg in die chinesische Kultur. Dort bekommt man das Bier aus Kaffeetassen und ein Nach-Olympia-Programm wurde auch geboten.
Carlo hatte sich fest vorgenommen, Schlange zu essen und so sind wir in ein Spezialitaetenrestaurant in Panyu gegangen. Dort gibt es neben einer reichlichen Auswahl lebender Seetierchen auch Krokodile und Schlangen. Wir waren ehrlich gesagt maechtig enttaeuscht von dieser zaehen gummiaehnlichen Angelegenheit, die auch noch ziemlich teuer war. Keine Ahnung, ob die Schlange oder der Koch Schuld waren. Wir besuchen die Abendvorstellung des Chimelong-Circus, wo Akteure aus mehreren Laendern auftreten. Danach gehen wir in die Clifford-Foodstreet, um unser Lieblingsdessert -gebackene Aepfel- zu essen. 3. Tag - Dienstag 16.09.2008
Der Schuhmarkt war eher ernuechternd. Die Musterschuhe in den tausenden Minilaedchen waren fuer einen durchnittlich gebauten deutschen Damenfuss zu klein und um die richtige Groesse aus dem Lager zu holen, sollte man bereits eine Anzahlung taetigen. Also schlenderten wir weiter zur Fussgaenger-Zone der Beijing Road. Das mir bekannte Cafe gab es nicht mehr, aber wir fanden ein anderes. Allerdings waren die 5 Bediensteten mit der Zubereitung von Carmens Caramel-Kaffees ueberfordert. Erst kostete einer nach dem anderen das Gebraeu und dann wurde auch der zweite Versuch in den Ausguss befoerdert. Carmen bekam dann eine Tasse heisses Wasser. Naja, vielleicht klappt es beim naechsten mal. 4. Tag - Mittwoch 17.09.2008
An der Stadtgrenze zu Shenzhen werden auf einmal im
Bus die Paesse kontrolliert. Hallo? Wieso das denn? Der Beamte spricht
kein Wort englisch und ein netter Hongkong-Chinese hilft ihm zu
erklaeren,
dass keiner von uns den Pass dabei hat. Nach einer Ermahnung, diesen
immer bei sich zu tragen, darf der Bus aber weiter fahren.
Was packt man in einen Tag Shenzhen? Natuerlich Splendid China, wo Chinas Sehenswuerdigkeiten und Bauwerke im Massstab 1:15 dargestellt sind. Dort kann man die Terracotta-Armee von Xian, den Kaiserpalast Peking, den Buddha von Lenshan oder den Potala-Palast von Lhasa bewundern ... und Carlo besteigt sogar die chinesische Mauer. Gleich nebenan wird im China Folk Culture Village altertuemliches Brauchtum gezeigt. "Windows of the World" besuchen wir nicht, denn wir wollen noch Shoppen gehn. Das kann man ganz toll im Dongmen Circle. Hier pulsiert das junge Flair der Stadt und Einkaufen macht richtig Spass. 5. Tag - Donnerstag 18.09.2008
Abends gehen wir Hotpot-Essen im Sichuan-Restaurant der Foodstreet. Zum Glueck haben wir den geteilten Topf mit scharfem und weniger scharfem Sud gewaehlt. Die Sichuan-Kueche ist beruehmt fuer ihre scharfen Speisen. Der Pot koechelt in der Mitte des Tisches vor sich hin und alle rohen Zutaten werden hinein geworfen. Das Staebchen-Essen klappte auch von Tag zu Tag besser und so ein Fondue auf chinesisch macht richtig Spass. 6. Tag - Freitag 19.09.2008
Die Fussmassage, die immer mit einer Rueckenmassage verbunden ist, soll dort besonders gut sein. Allerdings hatte Carmen ganz schoen zu leiden und sogar blaue Flecke. Die angepriesene Ginger-Packung lassen wir uns auch noch verpassen. Es brennt wie Feuer, ist aber trotzdem angenehm.
Anschliessend gehen wir zum
Liurong-Temple. Fuer
die Besteigung der Blumen-Pagode ist es leider schon zu spaet und so
zeige ich ihnen noch das gesellige Treiben im Peoples-Park.
Das Abendessen faellt wieder schaerfer als geplant aus, aber ausser mir macht das keinem etwas aus.
7. Tag - Samstag 20.09.2008
Dann gehen wir erstmal zur Manikuere und Pedikuere. Eine Stunde Nagelpflege bekommt man fuer ganze 50 RMB (5 EUR). Heute abend geht es auf's Oktoberfest in Guangzhou. Die chinesische Ausgabe des bayerischen Bierfestivals findet jedes Jahr statt.
Carmen bekommt mein Dirndl, in das ich leider nicht mehr hinein passe und sieht entzueckend aus. Es wird ein richtig ausgelassener Abend, das Tsingtao-Bier gibts umsonst und Miss Oktoberfest wird eine Deutsche aus Dongguan. Nachts holen wir Antje vom Flughafen ab und lassen den Abend auf unserer Terasse ausklingen.
8. Tag - Sonntag 21.09.2008
Nach Antjes polizeilicher Anmeldung wollen wir in die Foodstreet Essen gehen und ich bemerke, dass ich 2 Minuten vorher meine Handtasche auf der Toilette hab haengen lassen. Ich renne zurueck. Die Tasche ist weg! Mir geht nur durch den Kopf: Wohnungsschluessel! - Jens in Deutschland - wir kommen nicht rein! Handy und Telefonbuechlein! - ich kann nicht mal jemanden anrufen - Pass! Geld! Kreditkarten!!! Ich suche die Saubermachdame und gebe ihr wild gestikulierend zu verstehen, was mein Problem ist. Ich soll ihr folgen -ein gutes Zeichen! Als sie mich zuerst in den Keller, dann in die 3. Etage, danach ins angrenzende Hotel in die 13. Etage fuehrt und immer wieder das Personal etwas fragt, schwinden meine Hoffnungen wieder, ob sie wirklich weiss, was ich suche? Aber ich werde fuendig. Vier Damen in einem Buero kuemmern sich gerade um den Inhalt meiner Tasche, registrieren diesen, hatten bereits einen Anruf meiner Mutti entgegen genommen und die Fundsachen in einem Buch vermerkt. Gegen eine Unterschrift bekomme ich meine Tasche zurueck und bin uebergluecklich! Ohne die netten ehrlichen Chinesen haette sich das Missgeschick zu einem Riesenproblem entwickelt. 9. Tag - Montag 22.09.2008
Zur Belohnung fuer seine Geduld bekommt Carlo abends im Paddy Field noch ein echtes Kilkenny und Guinnes.
10. Tag - Dienstag 23.09.2008
Weiter geht es zurueck in die Innenstadt. Wir wollen
noc Dort gibt es auch viele Souvenir-Laedchen, wo Carmen ihre Buddhas und chinesischen Maenneln kaufen kann. Die Jagd nach ganz bestimmten Porzellanfiguren war eroeffnet, da sich Carmen als sehr anspruchsvolle Souvenir-Jaegerin entpuppte.
11. Tag - Mittwoch 24.09.2008
Abends dann ein zweites mal ins Sichuan-Restaurant. Wie kann man nur so scharf essen? Und an den naechsten Tag mag ich dann auch nicht denken, wenn es ein zweites mal brennt.
12. Tag - Donnerstag 25.09.2008
Unser heutiger Ausflug geht in den Yuexiu-Park. Dort findet man die Statue der fuenf Ziegen (das Wahrzeichen der Stadt) und den Zhenhai-Tower. Er wurde 1380 erbaut und beherbergt das Historische Museum Guangzhous.
Ein wirklich schoener Park inmitten der Stadt. Zum Fruehlingsfest kann man hier die tollsten Figuren aus echten Blumen bewundern. Nach 11 Tagen chinesischem Essen im Restaurant gibt es heute abend Spagetti mit Tomatensosse daheim.
13. Tag - Freitag 26.09.2008
Wir statten noch dem Perlenmarkt, der einen in
Dimension und Vielfalt wie fast alle Maerkte ueberfordert, einen
Kurzbesuch ab.
Carmen und Antje probieren das erste "Rote-Bohnen-Eis" ihres Lebens. Aber nur Carmen schmeckt es auch. Die bisher leckerste Strassenspiess-Fressmeile von Guangzhou finden wir im Shopping-Center an der Kangwang ZhongLu. Dort muss ich unbedingt noch einmal mit Jens hin, denn die kannten wir bisher auch noch nicht.
Oktopus, Wasserkakerlaken, Seidenraupen, Skorpione und vieles mehr am Spiess! Leider haben wir noch keinen Hunger und fuers Abendessen ist etwas anderes geplant. Auf dem Heimweg ueberrascht uns wieder ein heftiger Regenschauer und wir stellen uns vor einem Computerladen unter. Der nette Verkaeufer holt uns herein und wir bekommen einen Becher heisses Wasser. Das nenne ich Freundlichkeit. Zur Rush-Hour im stroemenden Regen ein Taxi zu bekommen, ist aussichtslos, obwohl ich das ruecksichtslose Vordraengeln schon ganz gut beherrsche. Jedes Taxi ist bereits besetzt und so laufen wir den ganzen Weg zum Haizhu Square zurueck. Unser geplantes Essen in meiner Badminton-Kantine muessen wir verschieben, da wir pitschnass sind und man sowieso nicht draussen sitzen kann. 14. Tag - Samstag 27.09.2008
Dann geht es in den Frischmarkt, um Zutaten fuer unser Hotpot-Essen einzukaufen. Vollbepackt kommen wir nach Hause und freuen uns auf ein gemuetliches Essen daheim.
Carlo musste dann noch den beruehmten Baijiou -einen Wuliangye- probieren. Ein 68%iger klarer Getreide-Reis-Schnaps, der nicht jedermanns Sache ist. Ihm schmeckt er. 15. Tag - Sonntag 28.09.2008
Die Guertelstrasse und die Beijingroad
muessen heute erneut aufgesucht werden, da noch eine bestimmte Jacke
besorgt werden muss und ein paar T-Shirts fehlen. Ich nutze die
Gelegenheit die drei durch eine Gasse zu fuehren, wo sonst kein Tourist
hinkommt.
Wir werden ganz schoen beaeugt, aber das ist Carmen aufgrund ihrer blonden Haare ja schon gewohnt.
16. Tag - Montag 29.09.2008
Auch die leckersten Meerestiere bekommt man und ueber das Dessert-Angebot freuten sich vorallem Antje und Carmen. Danach kehren wir noch ins Paddy-Field ein und Nichtraucher-Jens kauft sich auf dem Heimweg sogar eine Zigarre, die er dann auf unserer Terasse raucht.
17. Tag - Dienstag 30.09.2008 Nur noch zwei Tage, die Zeit vergeht wahnsinnig schnell. Ein unbedingtes Muss ist der Lotus-Mountain in Panyu an der Muendung des Perlflusses.
Fuenf Stunden haben wir hier verbracht und ich liebe diesen Park. Schaut euch die Fotogalerie an. 18. Tag - Mittwoch 01.10.2008
Was die Resteinkaeufe betrifft, so heisst das konkret fuer Carmen nochmal zur Liurong-Strasse Souvenir-Maenneln kaufen. Was das Essen betrifft, so fehlt nach Schlange, Frosch, Gaensedaermen, Meeresfruechten, Seidenraupen noch die Schildkroete. Die gibt es im Opposite-Restaurant gegenueber der Firma. Einmal hatten wir auf Empfehlung des Kellners ohne unser Wissen dort Schildkroetensuppe gewaehlt und es war ganz lecker. Heute ist der Kellner etwas skeptisch und erst eine Weile nach unserer Bestellung realisiert Jens, was er mit seinen Bedenken gemeint hat. Die Schildkroete war mehr als 2,5 kg schwer und die Zubereitung dauert eine Weile. Als der Riesenpott kommt, wissen wir auch, warum der Kellner bei der Bestellung von vier weiteren Gerichten sagte, dass sei jetzt aber genug. Der Pott koechelt am Tisch weiter und haette fuer acht Leute - aber acht hungrige ! Leute- gereicht, wir fuenf sind eigentlich schon satt. So nach und nach wird das Tierchen gar und das Fleisch schmeckt schon lecker, aber wie bereits erwaehnt, wir sind schon satt.... Und das ein zweites mal, als die Rechnung kommt. Aber in Restaurants, wo nur chinesisch gesprochen wird, geht oefter mal etwas schief. Es hat geschmeckt und die gruenen Klebreis-Baelle als Dessert waren auch ganz lecker. 19. Tag - Donnerstag 02.10.2008 Carmen und Carlo fliegen mit vielen Eindruecken und Erinnerungen zurueck nach Deutschland. Jens bringt sie allein zum Flughafen, denn Antje und ich muessen Koffer packen - morgen fliegen wir nach Australien. Fazit: Die Zeit verging viel zu schnell und es war ein harmonisches und unkompliziertes Miteinander. Wir haben viel gemeinsam erlebt und gesehen, viel erzaehlt und viel gelacht. Weder der Laerm, die Menschenmassen, der Schmutz, die Toiletten, der Verkehr, die heissen Temperaturen oder die Knochen im Essen konnten die gute Laune trueben. Beeindruckt hat sie immer wieder, wie die Anarchie im Strassenverkehr funktioniert. Und ich freue mich immer, wenn ich jemandem die etwas andere Welt unserer "Wahlheimat auf Zeit" zeigen kann. Auch mir hat es viel Spass gemacht und ich konnte manches Neue endecken in der 12Millionen-Stadt Guangzhou. Wie mir Carlo schrieb, kam der Kulturschock nicht in China, sondern bei der Rueckkehr nach Deutschland. Es hat ihnen also gefallen im Reich der Mitte! Hier gehts zur Fotogalerie Zur Uebersicht 'Ausfluege und Events'
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Fuer Lesefaule: Hier gehts gleich zur Fotogalerie
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