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Shanghai
2007-02-20

Nur eins scheint in der groessten Stadt Chinas unveraenderlich zu sein,
die Veraenderlichkeit.
Hochhaeuser
schiessen wie Pilze aus dem Boden und jeden Tag fallen 30.000 t
Bauschutt an. Die architektonisch mal mehr und mal weniger gelungenen
glaesernen Betontuerme versetzen einen in eine Zukunftswelt der
Superlative. Diese Stadt hat mehr Einwohner als die ehemalige DDR (17
Mill.). Es gibt soviele Taxis (45.000) wie meine Heimatstadt Freiberg
Einwohner hat und nochmal genau soviele Polizisten. Solche Vergleiche
faszinieren mich immer wieder, zeigen sie doch, dass man hier in anderen
Dimensionen denken muss.
Zur Weltmetropole entwickelte sich Shanghai im 19. Jh.
unter europaeischen Einfluss nach den Opiumkriegen. In den dreissiger
Jahren des 20. Jh. galt Shanghai als Paris des Ostens und war mit seiner
Weltoffenheit, der Eleganz und der westlichen Vorherrschaft den
Kommunisten ein Dorn im Auge. Von 1937 – 1945 war Shanghai von den
Japanern besetzt und erst Ende des 2. Weltkrieges ging die Stadt an
China zurueck.1949 verschwanden die Opiumhoehlen mit Besetzung der
Volksbefreiungsarmee. Die dann folgende Isolation zum Ausland und die
Kulturrevolution versetzten Shanghai in einen jahrzehntelang dauernden
Winterschlaf. Erst nach Mao’s Tod erhielt Shanghai durch die
Reformpolitik
Deng Xiaopings seine Stellung als
Wirtschaftmetropole zurueck.
Shanghai liegt im Osten Chinas im
Jangtse-Delta und ist
ca. 1.400 Flugkilometer von Guangzhou entfernt. Wir nutzten die
Feiertage fuer einen Ausflug in diese Metropole.
 Wohin
am ersten Tag? Natuerlich zum Bund, der beruehmten Promenade mit seinen
im europaeischen Stil errichteten Bauten am Ufer des Huangpu. Hier waren
wir auch schon 1999, denn es ist einfach ein Muss auf diesem Boulevard
zu flanieren. Anschliessend ging es in die engen Gassen und mit flachen
Haeusern bebaute Altstadt. Im Zentrum dieses Viertels wurde alles
liebevoll restauriert und eine historische Stadt geschaffen, die als
Touristenmagnet in ihrer Mitte den Yu-Garden beherbergt, einer der
beruehmtesten Gaerten Chinas.
Ein
Sonnentag erwartete uns, als wir den Jin Mao (Pudong) in Angriff nahmen
um uns Shanghai von oben anzuschauen. Der Jin Mao ist mit 420 m der
drittgroesste Gebauedeturm der Welt. Aber nicht mehr lange. Sein
„Nebenbuhler“, der sich -nur einen Katzensprung entfernt- derzeit im Bau
befindet, wird ihn mit 492 m in Kuerze auf Platz vier verbannen, um
selbst auf Platz zwei zu kommen. Damit steht in Shanghai der
zweitsgroesste Turm der Welt, nach dem "Taipei-101" (508 m).
Natuerlich
fuehrte uns unser Weg auf auch die Nanjing-Lu, die Haupteinkaufsstrasse
mit mehr als 600 Geschaeften, die bei unserem letzten Besuch noch nicht
vollstaendig Fussgaengerzone war. Was nicht fehlen durfte war das Essen
von „Jauzi“ (gefuellten Teigtaschen), die zum chinesischen Neujahrsfest
dazugehoeren. Im Shanghai-Ocean-Aquarium fuehlte man sich wie auf
Tauchstation und konnte die Haie ueber sich schwimmen sehen.
Natuerlich
ging es dann noch in den City-Shop, der ein grosses Angebot an deutschen
Produkten vorhaelt. Tollste Errungenschaft: Leberwurst und Old
Amsterdamer-Schnittkaese. An der Paulaner Bierkneipe kamen wir auch
nicht vorbei. Zu Oktoberfest-Preisen bekam man den halben Liter fuer 80
RMB (8 €) und dem Zwiebelrostbraten mit Spaetzle konnte nur Jens
widerstehen.
Schaut Euch einfach
hier die Fotos an.
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